Zürich, Schweiz 20. Mai. 2019 

Alle Jahre wieder werden zum Saisonwechsel die Regeln für das Fußballspiel angepasst. Vorgelagert ist beim IFAB  (International Football Association Board) ein umfangreicher Beratungsprozess, bevor das aus fünf Mitgliedern bestehende "Board" letztlich darüber abstimmt, was in der nächsten Saison gepfiffen wird und was nicht.

Bereits Anfang März hatte das fünfköpfige Team, welches traditionell von den Fußball-Verbänden aus England, Wales, Schottland und Nord-Irland (mit je einer Stimme) sowie einem FIFA-Mitglied (mit vier Stimmen) gebildet wird, die Änderungen der Fußball Regeln einstimmig beschlossen. 

Seit gestern Nacht liegt jetzt auch die offizielle schriftliche Version der Fußball-Regeln für die nächste Saison vor und steht im Downloadbereich dieser Website für registrierte Nutzer zur Verfügung. 

Wer jedoch die neuen Regeln auch anwenden möchte wird sich noch etwas gedulden müssen, bis der DFB diese Regeln auch für seinen Zuständigkeitsbereich für gültig erklärt. Dies erfolgt traditionell zum Saisonwechsel durch den DFB mit der Herausgabe eines DFB-Regelwerks für die folgende Saison. Wer jedoch neugierig genug ist kann ja schon einmal stöbern, was ihn so die nächste Saison erwartet.

Alle Regeländerungen in diesem News-Bereich vorzustellen würde den Rahmen dieses Newsblogs sprengen. Deshalb haben wir hier nur ein paar Regel-Highlights herausgepickt, um Lust auf mehr zu machen.

Die Handspielregelung:
Viel Diskutiert in dieser Saison wird hier seit langem bereits durch die Presse der große Wurf angekündigt. Wer dann genau nachliest wird jedoch zunächst enttäuscht sein. Die wesentliche Änderung besteht in der englischen Originalversion -sinngemäß - nur durch den Austausch des Wortes "Absicht" durch das Wort "bewusst". Bleibt also abzuwarten was die Lehrwarte uns als Vorgaben für "bewusstes Handspiel" machen werden. 

Die Freistoßmauer
Hier wird es nächste Saison dann kein Gedrängel mehr in der Abwehrmauer geben. Die Angreifer müssen von einer Abwehrmauer gebührenden Anstand einhalten

Trödeleien beim Auswechselvorgang
Die Bilder, in denen ein auszuwechselnder Spieler humpelnd diagonal über das Feld läuft werden wir bestimmt alle vermissen. Der Spieler muss nun das Spielfeld auf dem kürzestem Weg verlassen.

Spielfortsetzungen im Strafraum
Der Ball braucht beim Abstoß sowie beim Freistoß nicht mehr den Strafraum zu verlassen, dies dient der schnellen Spielfortsetzung.

Schiedsrichter können keine Tore mehr erzielen
In dem seltenen Fall, in dem der Ball vom Schiedsrichter abprallt und ins Tor geht, bekam der Schiri sowieso bisher nie die Scoring-Points. Ab der nächsten Saison gibt es aber bei verschiedenen Situationen, in denen der Unparteiische den Ball berührt, einen Schiedsrichterball.

Apropos Schiedsrichterball
Auch hier gibt es wesentliche Änderungen, die den bisher von den Mannschaften praktizierten "Fair Play Gedanken" in die Hände des Schiedsrichters legen.

Rote Karte für den Trainer
Teamoffizielle erhalten ab der nächsten Saison genau so ihre farbigen Karten wie die Spieler, wenn sie sich nicht an die Spielregeln halten. An der bisher gelebten Praxis des Innenraumverweises ändert das nur wenig, jedoch wird nun sowohl die Verwarnung als auch der Innenraumverweis durch Karten signalisiert.

Interessant ist jedoch, dass der Cheftrainer für das sportlich korrekte Verhalten in seiner Coaching-Zone verantwortlich ist. Lässt sich ein Regelverstoß, der aus der Coaching-Zone heraus begangen wird, durch den Schiedsrichter keiner konkreten Person zuordnen, erhält der Cheftrainer die entsprechende Disziplinarstrafe für das Vergehen.